Boris Nikitin
WOYZECK
Scheinwerfer liegen verstreut auf dem Boden, eine Nebelmaschine sprotzt leise vor sich hin, Kabel und Mikrofone hängen von der Decke. Einzelne Lichtstrahlen werfen Schneisen in ein dunkles Bühnenfeld, in dem ein Schreibtischtäterpult mit Ghettoblaster steht. Und doch hat alles irgendwann nur als kluger Vortrag über die philologisch-juristischen Hintergründe des Woyzeck-Stoffs begonnen. Und über die Zurechnungsfähigkeit. Wo ist der Moment, in dem das Sprechen über den Stoff sich in eben diesen verwandelt? Wo dieser sich mit mir auseinandersetzt, anstatt ich mich mit ihm? Und wer trägt dann noch die Verantwortung? Eine Woyzeck-Inszenierung wie ein Schlusspunkt, da sie gerade, in dem sie den größtmöglichen Abstand sucht, zum Kern des Stückes vordringt.
Die Produktion wurde zum Festival Impulse 2009 als eine der 10 bemerkenswertesten, freien Theaterproduktionen im deutschsprachigen Raum 08/09 eingeladen,
Auf dem Festival 100° Berlin wurde sie 2008 mit dem 1. Preis der Jury ausgezeichnet.


