Die gerade angelaufene Spielzeit am Stadttheater verspricht ein vielseitiges Programm. Von Ausschnitten aus Schauspiel, Tanztheater, Opern, Chorstücken und Kinder- und Jugendtheater ließen sich am Sonntag zahlreiche Zuschauer bei einer offenen Spielplanpräsentation inspirieren. Das diesjährige Motto »Res publica« soll das Theater als öffentliche Angelegenheit vorstellen, das sich mit offenen, (gender)gerechten, sozialen Fragen beschäftigt. So führte Intendantin Cathérine Miville in den anderthalbstündigen Abend ein. Wie das im Großen Haus und im taT geschieht, erklärten die Dramaturgen und zeigten die Künstler mit ihren vielfältigen Kostproben. Das Publikum konnte Arien aus »Der Barbier von Sevilla«, Chorstücke aus »Krach bei Bach« mit dem Kinder- und Jugendchor, eine Szene aus dem Schauspiel »100 Songs«, eine Choreografie aus »Carmen«, Kammermusik von den Mitgliedern des Philharmonischen Orchesters und noch ein Chorstück aus »Glaube. Liebe. Abschied.« genießen sowie den Protagonisten von »Erinnya«, Matthias, in einem kurzen Interview mit Dramaturgin Lucia Kramer kennenlernen. Kostümbildnerin Katharina Sendfeld zeigte einige Kostüme aus »Tyll« und informierte über ihre Entstehung. Schauspiele wie die Komödie »Der Vorname«, das ironische Proteststück »Happiness is a warm gun« oder »Gundermann: Tankstelle für Verlierer« anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Mauerfalls sowie Klassiker wie Molières »Tartuffe« und David Bowies »Lazarus«, Tanzabende mit gesellschaftlichem, literarischem oder psychologischem Bezug wie »Rebellen«, »Jagen« oder »Personal trigger«, Konzerte, Musiktheater mit der Operetten-Revue »Wer, wenn nicht wir – Die Schwätzer in Gießen« oder die Märchenoper »Hänsel und Gretel« sowie eine Sonderveranstaltung mit der Teilnahme von Laien am 3. Oktober mit einem Quiz zum Grundgesetz und am 9. November zu den »30 Jahren Mauerfall« mit 30 Personen, die von ihrem persönlichen 9. November erzählen – für Theaterliebhaber und Neugierige ist bestimmt etwas dabei.
17.09.2019, Gießener Allgemeine Zeitung (ari)
