• Kontakt
  • Impressum
  • Presse
  • Spielzeit 2017-2018
    • Musiktheater
    • Schauspiel
    • Tanztheater
    • Kinder- und Jugend
    • Konzerte
    • Extras + Gastspiele
    • Theater unterwegs
    • kurzweilamt
    • Festivals
  • Archiv Übersicht
Musiktheater
Schauspiel
Tanztheater
Kinder- und Jugend
Konzerte
Extras + Gastspiele
Theater unterwegs
kurzweilamt
Festivals
Ariadne_mitSchrift_01
Waves_mit_Schrift_02
Füchse_mitSchrift_01
Willkommen_mitSchrift_02
Rio_Reiser_mitSchrift_01
Hände_mitSchrift_01
Rio_Reiser_mitSchrift_02
Lourcine_mitSchrift_03
Auftaucher_mitSchrift_02
Cross_mitSchrift_02
Cross_mitSchrift_01
Babbel_mitSchrift_01
Herbstmanöver_mitSchrift_02
Sommernacht_mitSchrift_02
Füchse_mitSchrift_02
Sommernacht_mitSchrift_01
Hände_mitSchrift_02
Füchse_mitSchrift_03
Waves_mit_Schrift_03
Schwanda_mitSchrift_02
  • Spielzeit 2017-2018
  • Pressedetail

Selten Gespieltes zum Saisonausklang - Gießener Allgemeine Zeitung
18.06.2018

Hörenswerte Entdeckungen bot das vierte und letzte Kammerkonzert am Sonntagvormittag im Theaterfoyer. Zu der Pariser Komponistin Louise Farrenc (1804 bis 1875) merkt Cornelia Bartsch in einem biografischen Kommentar an, sie sei »zur falschen Zeit am falschen Ort geboren« – da sie weder Opern schrieb noch als Klaviervirtuosin öffentlich besonders hervortat, sei ihr der große Erfolg verwehrt geblieben. Carol Brown (Flöte), Attila Hündöl (Cello) und Evgeni Ganev (Klavier) widmeten sich hingebungsvoll Farrencs Trio e-Moll op. 45. Mit geballter Kraft spielten sie die dramatischen Anfangstakte, im weiteren Verlauf des Allegro-Kopfsatzes riss der vorantreibende Schwung mit. Die musikalischen Bögen zeichneten die Künstler fein aufeinander abgestimmt. Lyrische Momente faszinierten ebenso wie spannungsreiche dynamische Spitzen. Sanftmut verströmte die sangbare Flötenmelodie im Andante und wurde vom Cello und Klavier reizvoll untermalt. Streckenweise übernahm auch das Streichinstrument eine führende Rolle. Erfrischenden Übermut strahlte die rasche Bewegung im Scherzo aus; die Trio-Teile sorgten hier für ausgleichende Ruhepunkte. Beim Presto-Finale konnten die Musiker noch einmal mit großer Spielfreude auftrumpfen, zogen dabei stets am selben Strang.

Auch für Albert Roussels Werk wäre eine stärkere Beachtung, vor allem außerhalb Frankreichs wünschenswert. Dessen vier Duostücke »Joueurs de Flûte« op. 27 erwiesen sich als kontrastreiche, stimmungsintensiv gemeisterte Porträts mythischer beziehungsweise literarischer Figuren, zugleich als schillernde Hommagen an Flötenvirtuosen des frühen 20. Jahrhunderts. Insgesamt beeindruckte die lebhafte Fantasie, mit der Brown und Ganev den musikalischen Porträts Gestalt verliehen.

In eine ganz andere Klangwelt entführte nach der Pause das Trio op. 86 des 1937 geborenen ukrainischen Komponisten Nikolai Kapustin. Dieses verband auf originelle Weise jazzige mit klassischen Ausdrucksformen. Schon im Eingangssatz sprengte die Musik unverkrampft-locker Genregrenzen und gefiel gerade durch den flexibel gehandhabten Rhythmus. Das vergnügsame Trio bildete einen würdigen Saisonausklang, derart inspiriert brachte das Ensemble den unorthodoxen Stil zur Geltung. Wurde es im Andante etwas schwermütig, so wischte das fröhliche Allegro-Finale die Trübseligkeit im Nu beiseite. Für das niveauvolle Konzert spendeten die Besucher lang anhaltenden Beifall.

 

Sascha Jouini, 18.06.2018, Gießener Allgemeine Zeitung

© 2018 Stadttheater Giessen
IMPRESSUM DATENSCHUTZ PRESSE
Nach oben