• Kontakt
  • Impressum
  • Presse
  • Spielzeit 2017-2018
    • Musiktheater
    • Schauspiel
    • Tanztheater
    • Kinder- und Jugend
    • Konzerte
    • Extras + Gastspiele
    • Theater unterwegs
    • kurzweilamt
    • Festivals
  • Archiv Übersicht
Musiktheater
Schauspiel
Tanztheater
Kinder- und Jugend
Konzerte
Extras + Gastspiele
Theater unterwegs
kurzweilamt
Festivals
Ariadne_mitSchrift_01
Schwanda_mitSchrift_03
Sommernacht_mitSchrift_01
Schwanda_mitSchrift_01
Willkommen_mitSchrift_02
Buch_mitSchrift_01
Waves_mit_Schrift_02
Babbel_mitSchrift_01
Füchse_mitSchrift_01
Füchse_mitSchrift_03
Rio_Reiser_mitSchrift_02
Herbstmanöver_mitSchrift_03
Herbstmanöver_mitSchrift_02
Waves_mit_Schrift_03
Hände_mitSchrift_02
Lourcine_mitSchrift_03
Cross_mitSchrift_01
Buch_mitSchrift_03
Schwanda_mitSchrift_02
Auftaucher_mitSchrift_02
  • Spielzeit 2017-2018
  • Pressedetail

Große Wirkung allein durch die Sprache - Gießener Anzeiger
01.09.2017

Schauspielerinnen Ewa Rataj und Kyra Lippler verhelfen "Triptychon des Ankommens" beim Spielzeitauftakt zum Erfolg

"Verschlimmbessern, so ein wunderbares Wort. Das sollte es in anderen Sprachen auch geben", sagt Marusja (Ewa Rataj). Die Besonderheit der deutschen Sprache, einfache Dinge mit hochkomplizierten Bandwurmworten zu benennen, hat es der jungen Immigrantin besonders angetan. Während ihrer erfolgreich verlaufenen Integration in Deutschland hat sie besonders solche Worte gelernt und eingeübt.

Im Atrium des Gießener Rathauses erlebten 100 Besucher zunächst das Kurzdrama "Die Barbaren - Monolog für eine Ausländerin" der Georgierin Nino Haratischwili. Zur Spielzeiteröffnung waren am Donnerstagabend drei Kurzdramen unter dem Titel "Triptychon des Ankommens" an drei verschiedenen Orten zu sehen. In den drei Stücken werden unterschiedliche Phänomene, die im Deutschen unter dem Wort "ankommen" zusammengefasst werden können, in eindringlicher Form dargestellt und interpretiert. Regie führte Kirsten Uttendorf.

Putzen für Flüchtlinge

Die neue Lebenswelt Marusjas erweist sich dabei als brüchig. Mit einem Putzjob hält sie sich mühsam über Wasser, ihre Sprachfähigkeiten sind nicht gefragt. Sie putzt in einem Flüchtlingswohnheim und sinniert über ihre geplatzten Träume, über die Angekommenen, deren Unterkunft sie sauber hält, und über die Fragwürdigkeit eines Begriffes wie "Heimat".

Ein kleines Mädchen (Inga Ströde) stört zu Beginn die Putzroutine und löst den Monolog Marusjas aus. Eindringlich lässt Ewa Rataj die Verzweiflung der Frau durch eine Fassade ruppiger Gleichgültigkeit scheinen. Die Schauspielerin, die seit Beginn dieser Spielzeit neu im Gießener Ensemble ist, hatte das Publikum von Anfang an fest im Griff. Glaubhaft ließ sie die Zuschauer die Nöte ihrer Figur nachvollziehen und mitempfinden.

Bedrohlich

Mit dem Ortswechsel auf die Bühne des taT-Studios trat nach einer Dreiviertelstunde ein völlig anderes Ankommen in den Fokus. In dem Stück "Ich liebe dich schon jetzt" der finnisch-estnischen Autorin Sofi Oksanen werden die wirtschaftlichen und moralischen Probleme der Eizellenspenderin Daria (Ewa Rataj) den Ängsten und Sorgen der Engländerin Mary (Kyra Lippler) gegenübergestellt. Daria muss sich einer umfangreichen Befragung durch die Eispendeagentur unterwerfen. Die Stimme der Koordinatorin (Rebecka Dürr) kommt aus dem Off und gibt dem Test etwas Bedrohlich-Kafkaeskes. Die Darstellerinnen nahmen das Publikum mit in eine komplexe Welt, die von Ängsten, Wünschen und wirtschaftlicher Not bestimmt wird.

Nach einem weiteren Umzug in einen Saal der Technischen Hochschule Mittelhessen wurde der Monolog "Mari" von der in Berlin lebenden Schriftstellerin Terézia Mora inszeniert. Zu sehen war Kyra Lippler in der Rolle einer ehemaligen Weltenbummlerin. Die Zeit der Reisen ist für Mari vorbei. Sie lebt abgeschieden und kontaktscheu in einer kleinen Wohnung, die sie nur für unbedingt notwendige Besorgungen verlässt.

All drei Dramen waren nahezu minimalistisch inszeniert und von Thomas Döll ausgestattet. Auf Requisiten und Kulissen hatten die Theatermacher bei diesem Triptychon weitestgehend verzichtet. Die drei Kurzdramen wirken allein durch die Ausdruckskraft der Stimmen der Darstellerinnen.

Klaus-J. Frahm, 01.09.2017, Gießener Anzeiger

© 2018 Stadttheater Giessen
IMPRESSUM DATENSCHUTZ PRESSE
Nach oben