• Kontakt
  • Impressum
  • Presse
  • Spielzeit 2017-2018
    • Musiktheater
    • Schauspiel
    • Tanztheater
    • Kinder- und Jugend
    • Konzerte
    • Extras + Gastspiele
    • Theater unterwegs
    • kurzweilamt
    • Festivals
  • Archiv Übersicht
Musiktheater
Schauspiel
Tanztheater
Kinder- und Jugend
Konzerte
Extras + Gastspiele
Theater unterwegs
kurzweilamt
Festivals
Willkommen_mitSchrift_02
Buch_mitSchrift_01
Willkommen_mitSchrift_01
Waves_mit_Schrift_03
Sommernacht_mitSchrift_01
Ariadne_mitSchrift_01
Hände_mitSchrift_01
Füchse_mitSchrift_03
Herbstmanöver_mitSchrift_03
Sommernacht_mitSchrift_02
Füchse_mitSchrift_02
Herbstmanöver_mitSchrift_02
Schwanda_mitSchrift_03
Schwanda_mitSchrift_01
Babbel_mitSchrift_01
Füchse_mitSchrift_01
Buch_mitSchrift_03
Lourcine_mitSchrift_03
Rio_Reiser_mitSchrift_01
Schwanda_mitSchrift_02
  • Spielzeit 2017-2018
  • Pressedetail

„Du verblödest“ - Gießener Allgemeine Zeitung
Carolin Weber und Roman Kurtz als Alt-68er im taT
16.09.2014

„Alte Liebe rostet nicht“, sagt der Volksmund. Der Ehe von Lore und Harry, den zwei Hauptpersonen in Elke Heidenreichs und Bernd Schroeders Roman „Alte Liebe“, jedoch merkt man die 40 Jahre an. Sie, eine literaturverliebte Bibliothekarin, und er, ein pensionierter Architekt, scheinen wenig gemein zu haben. Doch der Schein trügt und das Glück der beiden kehrt zurück, wie Carolin Weber und Roman Kurtz bei ihrer Lesung auf der taT-studiobühne beweisen.
Die Alt-68er führen keine Bilderbuchehe. Zwar hält die Ehe zwischen Harry und Lore schon sehr lange, Zweifel am Liebesglück hegen jedoch beide. Sie wünscht sich einen aktiveren Mann, der mit ihr gemeinsam die Literatur genießt und mit auf Reisen geht. Er genießt die Ruhe in seinem Garten und spielt Golf mit einem Zahnarzt. „Du liest nicht, du interessierst dich nicht, du verblödest“, lautet der Vorwurf von Lore, den Harry ignoriert. Die Ehe ist festgefahren. Die Meinung über ihre Tochter Gloria jedoch teilen die beiden. Schon zweimal war sie verheiratet, nun will sie sogar einem Industriellen heiraten, einen reichen Bonzen aus Leipzig. Für die Alt-86er ein Schock. Doch in Gesprächen über die Hochzeit, über den Tod der Mutter und des Bruders nähert sich das Paar einander wieder an. Die „Leipziger Fürstenhochzeit“ soll dann zur „Auffrischung des antikapitalistischen Kampfgeistes der 68er“ dienen. Todesfälle bringen beide zum Grübeln über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Dabei geht es in dem Dialogroman gleichermaßen schroff und zärtlich, kratzbürstig und versöhnlich, ungeduldig und schwelgend zu. Carolin Weber und Roman Kurtz vom Stadttheater füllten die Personen mit Leben, gaben sich nicht mit einer einfachen Lesung zufrieden, sondern spielten die Rollen der Lore und des Harry perfekt.
Das Bühnenset und Outfits des Protagonisten ergänzte diese mit Schauspielerei veredelte Lesung. Kurtz etwa stand in seiner Rolle in Ringelsocken, Cargohose und mit Weste auf der Bühne. Zwischen alten Zeitungen, Büchertürmen, Weinflaschen und Pflanzen nahm der Dialog des Ehepaars eine melancholische und zugleich heitere Fahrt auf, die den nahezu ausverkauften Saal begeisterte. Untermalt wurde die Stimmung vom gut aufgelegten Dirigenten des Stadttheaters, Martin Spahr, der die Szenerie am Flügel begleitete.

16. September 2014, Gießener Allgemeine Zeitung

© 2018 Stadttheater Giessen
IMPRESSUM DATENSCHUTZ PRESSE
Nach oben