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Die zweite Prinzessin - Wetzlarer Neue Zeitung
Immer nur zweite sein, nie darf sie mitgehen zum Schwimmen, das königliche Pony ist ihr verboten, auch winken darf sie bei öffentlichen Auftritten noch nicht. Diesen Frust einer jüngeren Schwester erlebten Kinder ab vier Jahren im Theaterstudio am Berliner Platz.
03.10.2015

Kinderbuchautorin Gertrud Pigor hat das englische Bilderbuch "The Second Princess" flott und altersgemäß bearbeitet, so dass neben dem pädagogischen Anspruch Witz, Situationskomik und Tempo nicht zu kurz kommen. Routinier Abdul M. Kunze hat in der Ausstattung von Bernd Niechotz und Lukas Noll eine fantasievolle Geschichte inszeniert. Ein Radio mit blinkenden Augen ist Erzähler. Puppen, Geschenkkartons laden zum Spiel ein.

Fasziniert ist das Publikum durch die intensive Verkörperung von Beatrice Boca als zweite Prinzessin. Sie ist überaus beweglich, spielt ohne Übertreibung den ganzen Hofstaat mit Königin, König sowie Dienern und auch die Tierpuppen. Bleibt aber auch selbst als enttäuschte zweite Prinzessin im Mittelpunkt, traurig, neidisch und ganz und gar sympathisch. Die Versuche, die ungeliebte ältere Schwester zu "entsorgen", funktionieren glücklicherweise nicht. Doch gibt es eine glaubhafte Lösung, plausibel und einfach gut. Diese können die künftigen Besucher vor Ort miterleben.

 

Peter Merck, 05.10.2015, Wetzlarer Neue Zeitung

 

 

 

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